Rezepte

Klassische Hühnerbrühe

Rezept von Anna Pearson

Eine aromatische hausgemachte Hühnerbrühe ist die Basis vieler Gerichte – zum Beispiel jene eines richtig guten Risottos. Wenn man bei der Zubereitung der Brühe sorgfältig vorgeht und die Temperatur immer schön tief hält, erhält man als Bonus saftiges Hühnerfleisch, das man für verschiedene Gerichte weiterverwenden kann (Ideen gibts ganz unten). Dieses Rezept ergibt eine sehr pure Brühe, die in erster Linie nach Huhn schmeckt. Wer mag, kann zusätzlich etwas Gemüse mitkochen, zum Beispiel je 100 Gramm Lauch, Karotten und Sellerie, ausserdem einige Stängel Petersilie. Übrigens kann Hühnerbrühe gut auf Vorrat hergestellt und entweder in Gläsern eingemacht oder portionenweise tiefgefroren werden.

Klassische Hühnerbrühe

Zutaten

(für 1.5–2 Liter)

1 ganzes Suppenhuhn
2 Zwiebeln
2 Lorbeerblätter
einige Thymianzweige
1/2 TL Pfefferkörner
Salz

Geeignete Fleischstücke

Typischerweise bereitet man eine Brühe mit einem ganzen Suppenhuhn zu – dieses gibt aufgrund seines Alters am meisten Geschmack ab. Grundsätzlich kann aber auch ein Hahn verwendet werden. Anstatt eines ganzen Huhns kann man auch Einzelteile wie Schenkel und Flügel verwenden (Brüste hingegen geben viel zu wenig Aroma ab). Oder man braucht gar kein «richtiges» Fleisch, sondern verwertet Karkassen, Knochen, Hühnerhälse etc. In diesem Fall sollte die Brühe nicht schon am Anfang, sondern erst ganz am Schluss gesalzen werden – den Knochen kann so mehr Aroma entzogen werden.

Benötigte Küchen-Utensilien

Für optimal saftiges und zartes Brustfleisch sollte dessen Kerntemperatur geprüft werden – dafür wird ein gutes Fleisch-Thermometer benötigt. (Weshalb wir ein Thermometer für eine der wichtigsten Investitionen bei der Zubereitung zarter Fleischstücke halten, haben wir hier beschrieben (–> Zubereitungs-Methoden: Allgemeine Hinweise).

Timing

• Fleisch auftauen: 6–24 Stunden
• Salzen: 1 Stunde vor Zubereitung
• Garzeit: 3–4 Stunden
• Aufwand: ca. 30 Minuten

Fleisch vorbereiten

Das Fleisch auftauen: 24 Stunden im Kühlschrank oder 6 Stunden in einem mit kaltem Wasser gefüllten Gefäss. Wie man Fleisch am besten auftaut steht hier (–> Zubereitungs-Methoden: Allgemeine Hinweise).

Das Fleisch 1 Stunde im Voraus rundherum salzen. 

Zubereitung

Das 1 Stunde im Voraus gesalzene Huhn in einen Topf geben und mit kaltem Wasser bedecken (ca. 2.5 Liter). Die Zwiebeln ungeschält vierteln und zusammen mit den Gewürzen und Kräutern in den Topf geben, salzen. Zugedeckt bei mittlerer Hitze ganz langsam bis knapp unter den Siedepunkt erhitzen – die Flüssigkeit soll zu keinem Zeitpunkt kochen, idealerweise ist sie zwischen 85°C und 90°C heiss (so wird das Fleisch besonders saftig und zart).

Nach 30 bis 45 Minuten an der dicksten Stelle der Brust in der Nähe des Knochens die Kerntemperatur messen: sobald sie 62°C beträgt (bitte unsere Hinweise zum Thema Lebensmittelsicherheit beachten (–> Zubereitungs-Methoden: Allgemeine Hinweise), das Huhn sorgfältig aus dem Topf heben und auf ein Brett legen (Achtung wegen der Flüssigkeit im Bauch des Huhns). Die beiden Brüste vom Rest des Huhnes wegschneiden, dabei immer dicht entlang der Knochen schneiden, damit das Fleisch möglichst intakt bleibt. Die Haut entfernen und zurück in den Topf geben. Die Brüste in eine Schüssel geben und mit einer Kelle Brühe übergiessen, damit das Fleisch saftig bleibt. Das Huhn zurück in den Topf geben und so lange weitergaren, bis die Schenkel weich sind – das ist der Fall, wenn man eine Fleischgabel ohne Widerstand in das Fleisch stechen kann und sich das Fleisch an den Unterschenkeln von den Knochen zu lösen beginnt. Das dauert etwa 3 bis 4 Stunden.

Das Huhn aus der Brühe nehmen und die Schenkel abtrennen – dabei darauf achten, dass man auch die beiden am Schenkelfleisch befestigten Rückenfilets (sot-l-y-laisse/Pfaffenstückchen) mitentfernt. Die Haut von den Schenkeln ziehen und zurück in den Topf geben. Die Flügel ebenfalls abtrennen. Schenkel und Flügel zu den Brüsten in die Schüssel geben, wenn nötig mit mehr Brühe bedecken. Für eine aromatischere Brühe die Karkasse des Huhns zurück in den Topf geben und weitere 1 bis 2 Stunden auskochen. Damit die Brühe nicht trüb wird, darf sie weiterhin nie kochen.

Die Brühe durch ein mit einem sauberen Küchentuch ausgelegtes Sieb in einen zweiten Topf giessen, ebenso die Flüssigkeit, in der das Fleisch liegt. Die Brühe nach Geschmack und je nach Verwendungszweck bei hoher Hitze einkochen, bis sie sehr aromatisch ist. Mit Salz abschmecken.

Das in der Brühe weich gekochte Fleisch kann für diverse Dinge verwendet werden. Man kann es mit Kartoffeln, Gemüse und Salsa verde in etwas Brühe als Pollo bollito servieren. Die zarte, saftige Brust schmeckt kalt oder warm in Streifen geschnitten, das Schenkel- und Flügelfleisch zupft man von den Knochen und verarbeitet es zum Beispiel zu Tinga de Pollo oder Hühnersalat. (Nicht vergessen, all die kleinen Fleischstücke, die noch an der Karkasse hängen, ebenfalls von den Knochen zu zupfen und zu verwenden!)

Haltbar machen

Um die Brühe für mindestens 6 Monate haltbar zu machen, die Brühe kochend heiss in zuvor sterilisierte Gläser füllen. Die (heissen!) Gläser in einen mit kochendem Wasser gefüllten Topf stellen, den Topfboden mit einem zusammengelegten Küchentuch auslegen. Während 30 Minuten im leicht kochenden Wasser sterilisieren.

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